Chronik

1883

Meiereischule Schloss Pichlern
Nach dem Brand von Marienhof , neu erbaute Landeshaushalts- und Meiereischule in Untergoritschitzen bei Klagenfurt

Des ersten Landes – Haushaltungs- und Meiereischule der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde im Jahre 1883 auf dem Gut Schloss Pichlern von der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Klagenfurt errichtet und mit 4 Schülerinnen am 15. November 1883 feierlich eröffnet. Der Meiereischule war der Wirtschaftsbetrieb Marienhof angeschlossen. Gutsbesitzer war Franz Ritter von Edelmann, er stellte sein Gut der Schule zur Verfügung.

Als Lehrkräfte waren tätig: Pauline Andreasch als Hausmutter und Leiterin bis 1896, Vinzenzia Lackner als landwirtschaftliche Lehrerin. Der weitere Lehrkörper bestand aus Hilfslehrern.

1889

erfolgte die Trennung von Schule und Wirtschaftbetrieb

1896

übernahm die Lehrerin Vinzenzia Lackner nach schwerer Krankheit ihrer Vorgängerin die Stelle als Hausmutter und Leiterin, die sie mit Erfolg bis zum Jahre 1931 innehatte. Vinzenzia Lackner wurde 1928 als erste Frau Österreichs der Ehrentitel Ökonomierat verliehen.

Direktorin Ökonomierat Vinzenzia Lackner von

1896 bis 1939

1901

Brand von Marienhof

1904

wurde die Meiereischule als Landesanstalt in Untergoritschitzen – Klagenfurt Annabichl errichtet. Besondere Verdienste um die Errichtung der neuen Anstalt haben sich Landeshauptmann Graf Goeß, Landesreferent Alois Hönlinger, Präsident der k.k. Landwirtschaftsgesellschaft Anton Tscharre, sowie der Direktor der Landeswohltätigkeitsanstalten Regierungsrat Dr. Fritz Hauser, und der frühere Direktor der Meiereischule Lorenz Washietl erworben.

Die Schülerinnen der Meiereischule im Jahre 1908
Ein großer Garten sicherte die Versorgung mit Gemüse

1904

Die Meiereischule wurde während des gesamten 1. Weltkrieges mit nur einer 10-wöchigen Unterbrechung geführt.

Besonders verdient machte sich die Meiereischule mit ihrer Milchverarbeitung bzw. Käseherstellung, für die sie bei der großen Land- und Forstwirtschaftlichen Ausstellung in Wien im Jahre 1890 eine Silberne Medaille errang..

Die Milchverarbeitung war eine der
Nicht nur arbeiten, sondern auch Sport war damals schon gefragt

Begonnen wurde mit 4 Schülerinnen; bis zum Jahre 1900/1901 waren es in einer Klasse bereits 28 Mädchen, die die Schule erst ab dem 17. Lebensjahr besuchen durften. Der Schule war ein eigenes Heim angeschlossen, in dem 20 – 30 Schülerinnen wohnen konnten.

Albine Klabuschnig übernahm nach der Pensionierung von Vinzenzia Lackner, bis 1933 die Leitung der Schule. Für ein Jahr übernahm die langjährige Direktorin der Fachschule Drauhofen, Maria Stückler, die Leitung. Nachdem Frau Stückler nicht mehr aus Deutschland zurückkehren durfte übernahm Mathilde Zwick unter der Oberaufsicht des Direktors der Ackerbauschule, Wilhelm Halenta, die Leitung.

Wegen Platzmangel erfolgte im Jahre 1938 die Übersiedelung nach Maria Saal ins Kloster. Durch einen Aus- und Umbau konnte die Landfrauenschule Zollfeld mit einer Ober- und Unterklasse geführt werden.

1938

Mit Beginn des zweiten Weltkrieges bekam das bäuerliche Bildungswesen ein verstärktes Gesicht. Man gestaltete eine „Unterklasse“ und eine „Oberklasse“ die für die Ausbildung der Landwirtschaftslehrerinnen verpflichtend war. Nach einer anschließenden einjährigen pädagogischen Ausbildung in Obersiebenbrunn in NÖ legten sie die Befähigungsprüfung ab. .

1943

hatte der Krieg bereits katastrophale Ausmaße angenommen und das Gebäude des Klosters wurde zu einem Krankenhaus umfunktioniert.

1944

Die Landwirtschaftsfachschule Goldbrunnhof stand vor der Schließung, da alle Schüler einrücken mussten. Der Goldbrunnhof wurde das Ausweichquartier für die „Landfrauenschule“, die im Februar 1944 dort ihren Unterricht fortsetzte. .

In der Kriegszeit wurde der Goldbrunnhof zu einem Lazarett für Soldaten umfunktioniert. Schülerinnen und Lehrerinnen betreuten die Soldaten .

1945

wurde Mathilde Zwick, die Leiterin, außer Dienst gestellt und Klothilde Kulterer wurde Leiterin der nun wieder als „Landeshaushalts- und Meiereischule“ genannten Anstalt. Auch die Schule musste nach dem Krieg bei der Stunde Null beginnen.

Direktorin Klodhilde Kulterer von

1945 bis 1971

Sehr hilfreich standen der Leiterin damals Herr Landeshauptmann-Stellvertreter Hans Ferlitsch und Dipl. Ing. Dr. Sepp Stotter zur Seite und begleiteten die ständige Weiterentwicklung der Schule..

1946

Mit 27. Mai 1946 konnte der Unterricht in der Unterklasse als Ergänzungskurs wieder beginnen, die Oberklasse wurde eingestellt.

Der ordnungemäße einjährige Kurs begann am 15. Oktober 1946 mit 40 Schülerinnen.

1946 hatte das Land Kärnten Schloss Ehrental als Standort für eine Landwirtschaftliche Fachschule gepachtet.

1951

Frau Direktor Klothilde Kulterer konnte mit ihren Lehrerinnen und 29 Schülerinnen ein neues Schuljahr im endgültigen Heim beginnen.

1953

Das Schloss Ehrental wurde vom Land Kärnten gekauft. Es herrschte Aufbruchstimmung ein neues Schulentwicklungskonzept wurde von der Schulbehörde für die nächsten Jahrzehnte erstellt..

1962 – 1964

Am 26. März 1962 erfolgte der Spatenstich für den Zu- und Umbau der Schule.

An das Schloss wurde nordseitig, ein neues Gebäude angefügt.

Die neue Lehrküche im Zubau des Schlosses Ehrental
Der gemütliche, schon neue gestaltete,

1967 – 1968

dem Schuljahr 1967/68 wurde die alte, traditionsreiche „Landes- Haushalts- und Meiereischule“ zur Landwirtschaftlichen Fachschule, Fachrichtung ländliche Hauswirtschaft umbenannt. In diesem Zusammenhang fand auch eine Schulreform statt.

1969 – 1970

die Nebengebäude des Schlosses werden ausgebaut.

1971

Frau Direktor Klothilde Kulterer, die mehr als 25 Jahre die Geschicke der Schule lenkte, beendete ihre Tätigkeit und trat in den Ruhestand.

Frau Paula Rampetsreiter wurde zur neuen Leiterin bestellt.

Direktorin Paula Rampetsreiter von

1971 bis 1984

1977

war der Fortbestand der Landes-Haushaltungs- und Meiereischule auf wackligen Beinen, da der Landeshauptmann persönlich anstelle der Fachschule die Landesfeuerwehrschule im Schloss unterzubringen versuchte. Die Bauern wehrten sich mit Erfolg gegen dieses Vorhaben.

1979 – 1983

Die Schule wurde großzügig umgebaut und saniert. Der Zubau Süd in dem Internatszimmer, Klassen, Lehrwerkstätten und eine Wirtschaftsküche untergebracht sind, wurde errichtet und modernst ausgestattet.

Gleichzeitig wurde statt dem Wirtschaftsgebäude, die Gartenbaufachschule errichtet.

1981

wurde der Lehrplan der Schule von einer einjährigen zu einer zweijährigen Schulform abgeändert. Der praktische Unterricht steht nach wie vor im Vordergrund.

1983

beherbergte Ehrental, beginnend mit dem Jubeljahr 1983, in dem die Schule 100 Jahre alt wurde, auch die Landwirtschaftliche Landesberufsschule.

1984

am 1. September trat Frau Direktor Paula Rampetsreiter in den wohlverdienten Ruhestand. Frau Fachinspektorin Anneliese Schmid übernahm die Leitung der weiterhin aufstrebenden Landwirtschaftlichen Fachschule. Der Schülerinnenstand betrug mittlerweile 82 Schülerinnen in den drei 1. Jahrgängen und 49 Schülerinnen in den beiden 2. Jahrgängen..

Direktorin Anneliese Schmid von

1971 bis 1984

1985

hatte eine Novellierung des Lehrplanes zur Folge, dass der theoretische Unterricht gekürzt und der praktische erweitert wurde. Die Leiterin der Fachschule übernahm auch die Leitung für die Landesberufsschule für Landwirtschaft.

1989

stellte das Land Kärnten zwei Freiplätze für einen Schulbesuch in Ehrental für deutsch-stämmige Mädchen aus Rumänien zur Verfügung um ein Zeichen der Hilfe für die vom Umsturz in Rumänien betroffene Bevölkerung zu setzen.

1990

trat mit dem Schuljahr 1990/91 wieder eine Lehrplanreform in Kraft. Ein drittes Schuljahr wurde auch in der Fachschule Ehrental eingerichtet. Mit dem Abschlusszeugnis des 3. Jahrganges wird nun auch der Facharbeiterbrief verliehen, der Fachschulabschluss, der die Lehre ersetzt. Die elektronische Datenverarbeitung wurde eingeführt.

1991

stellten schon ein Jahr später die Schülerinnen des 3. Jahrganges bei der Berufsinformations- und Bildungsmesse in Klagenfurt ein Ernährungskalkulationsprogramm vor. Ein Selchraum und ein Käseverarbeitungs- und Reiferaum wurde für die Schule im geplanten Landwirtschaftsmuseum eingerichtet. .

1992

wurde im Dachboden des dritten Stockes, des Neubaues der Schule zwei Internatszimmern mit je 6 Betten ausgebaut und die Zimmer im zweiten Stock Quertrakt renoviert. .

1992 wurde ebenfalls das Landwirtschaftsmuseum Schloss Ehrental, mit Waldlehrpfad, Ackerlehrpfad einer Kräuterschau und einem Museumscafe am 2. Mai 1992 feierlich eröffnet werden. Entstanden ist das Museum nach dem Umbau des Stallgebäudes, das dem Schloss Ehrental angehörte. Ein Karolingergarten der nach dem Pflanzenverzeichnis „capitulare de villis“ von Kaiser Karl dem Großen empfohlen war und von der Schule betreut wird runden das Museumsangebot ab. .

1993

wurde die Gartenbaufachschule zu einer drei- bzw. vierjährigen Schulform umgestellt. Um den Schülerinnen der Gartenbauschule eine Unterbringungsmöglichkeit zu bieten, mussten die Internatszimmer in der Hauswirtschaftsfachschule aufgestockt werden. Die Gartenbauschule wird von der Hauswirtschaftsschule mit verpflegt.

1995

arbeitete, als eine der ersten Schulen Österreichs die Fachschule Ehrental, an einem EU Projekt mit. Zu den Projektpartnern zählten je eine Schule aus England, Irland und Griechenland. Nach drei Jahren konnte das Projekt, das über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt wurde, mit dem Projektpartnern Irland und Griechenland sehr erfolgreich abgeschlossen werden.

1996

war, als Folge des Engagements beim EU-Comenius-Schluprojektes, eine Gruppe Ehrentaler Schülerinnen und Lehrerinnen eingeladen, beim ersten Europäischen Jugendparlament in Hässleholm – Schweden als einzige Vertreter Österreichs teilzunehmen. Sehr stolz präsentierte sich die Schule als einzige Landwirtschaftliche Fachschule im neuen Europa.

1998

wurde, um die Schule wettbewerbsfähig zu halten der Gegenstand „Reiten“ als Pilotprojekt in den Unterricht aufgenommen. Eine Investition in die Zukunft, die sich bewährt hat.

Nach 16 – jähriger sehr erfolgreicher Tätigkeit hat Direktor Fr. Regierungsrätin Anneliese Schmied die Direktion an Frau Ing. Waltraud Stroj übergeben.

2003

Das Schuljahr 2003/04 stand in Zeichen des Neubeginns. In den Landwirtschaftlichen Fachschulen wurde ein neuer Lehrplan mit der Möglichkeit der Verwendung schulautonomer Stunden für den einzelnen Schulstandort entwickelt. Die Schwerpunkte Landwirtschaft, Gesundheit und Ernährung sowie Tourismus und Kreativ & Design und ein breites Angebot an Zusatzqualifikationen sollen den Ehrentaler Schülerinnen weitere Berufschancen bieten..